Freizeitpark im Hanffeld
Thomas Gutmann, Christian Gehret und Markus Sauerhammer (v.li.)
Irrweg, Lernpfad, Partyfläche - für all diese Zwecke ist ein Hanffeld geeignet. Das meinen drei Gründer aus Bayern. Ihre Geschäftsidee lautet darum. Freizeitparks im Hanffeld. Erst für Bayern, dann für die ganze Republik.
Jedes Jahr im Sommer verwandeln einige deutsche Landwirte einen Teil ihrer Maisfelder in Labyrinthe, damit naturentwöhnte Städter darin gegen Bezahlung herumirren können. Das war auch auf dem elterlichen Hof von Markus Sauerhammer so.
"Lustige Idee", dachte sich Sauerhammer. Aber als gelernter Landwirt und studierter Agrarmarketingmanager dachte er noch weiter. Die erste Überlegung: Mit Labyrinthen kann man mehr anstellen, als nur durch sie hindurchlaufen. Die zweite: Was Mais kann, kann Hanf schon lange.
Im Jahr 2006 setzte Sauerhammer die Idee um. Mit seinen Studienkollegen Christian Gehret und Thomas Gutmann schnitt er im WM-Jahr 2006 ein Labyrinth in Form eines Fußballspielers in ein Hanffeld bei München.
Warum Hanf? Zum einen "weil man Hanf beim Wachsen zuschauen kann", wie Markus Sauerhammer sagt: Innerhalb von 100 Tagen können die Pflanzen bis zu vier Meter groß werden. Zum zweiten, weil Hanf obendrein eine äußerst vielseitig verwendbare Nutzpflanze ist. Neben Kleidung und Taschen kann man daraus beispielsweise Lebensmittel wie Schokolade oder Bier produzieren. All diese Dinge gab es in einem Shop am Hanffeld zu kaufen.
Lehren und Lernen mit Hanf
Gleichzeitig zeigten Sauerhammer, Gehret und Gutmann, dass das vielzitierte Edutainment, also die Verbindung von Lernen (Education) und Unterhaltung (Entertainment) nicht nur bei elektronischen Medien funktioniert.
Schulklassen und Lehrer lernten und lehrten im Hanffeld von nachwachsenden Rohstoffen, Landwirtschaft und von GPS-Technik, mit deren Hilfe man die Pfade ins Feld hineinfräsen kann. Abends wurde das Feld zum Freiluftclub mit Hip-Hop, Reggae oder Drum'n'Base-Bands.
"Das kam super an", sagt Markus Sauerhammer. Insgesamt kamen 20.000 Besucher aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern. Bei einem zweiten Versuche im Folgejahr war die Gästezahl genauso groß.
"Das hat Potenzial für eine permanente Freizeiteinrichtung", sagten sich Sauerhammer, Gehret und Gutmann. Im kommenden Sommer wollen sie zwei Anlagen in Bayern betreiben, in fünf Jahren soll in der Reichweite jeder deutschen Großstadt ein Hanffeld stehen: zum Feiern, Lernen und Hanfprodukte-Kaufen einladen. Und natürlich auch, um darin herumzuirren.
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