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Hot or not? Auf heißen Sohlen.
30. 09. 2011, Linda Danneberg
Linda, was sind die Trends von morgen? Seit ich im Team von eVenture Capital Partners bin, wird mir diese Frage vermehrt gestellt. Kein Wunder, neue Ideen im E-Commerce einzuschätzen, ist mein Job.
Mir gefallen besonders Geschäftsmodelle, die etablierte Prozesse aus der realen Welt clever in den Online-Bereich übertragen. Wer hätte gedacht, dass Schuhe, bei denen bekanntlich die Passform kaufentscheidend ist, jemals für E-Commerce taugen? Deshalb möchte ich Euch gerne ein Geschäftsmodell aus den USA vorstellen, das diesen Bereich seit einiger Zeit revolutioniert: Shoedazzle.
Meist erkläre ich deren Geschäftsidee in drei Worten „Schuhe im Abo“. Die erste Reaktion: erstaunte Gesichter. Was folgt, hängt meist vom Geschlecht ab. Während Männer die Augen verdrehen, fangen die der Frauen zu funkeln an - gefolgt von der Frage: „Wo kann ich das ausprobieren?“. Damit zeigt sich, dass Shoedazzle den Nerv der modebewussten Frau von heute trifft.
Wie funktioniert das Ganze? Auf der Website (www.shoedazzle.com) absolvieren Interessierte zuerst ein „Style Quiz“, in dem der persönliche Mode- und Schuhgeschmack bestimmt wird. Darauf basierend wählen Stylisten von Prominenten wie Kim Kardashian jeden Monat eine individuell abgestimmte Kollektion bestehend aus Schuhen, Taschen und Accessoires, aus der man sich einen Artikel aussucht - für $39,95 pro Monat. Gefallen einem die Vorschläge nicht, kann man sich eine neue Kollektion zusenden lassen (via E-Mail) oder das Abo für einen Monat aussetzen - und damit auch die Bezahlung. Solche „Aussetzer-Monate“ dürften freilich die Ausnahme sein, denn das Sortiment von Shoedazzle enthält die neusten Styles aus den Fashion-Shows in New York, Paris oder Mailand. Dem zu widerstehen, ist nicht leicht. Vielmehr kann ich mir vorstellen, dass beim monatlichen Eintreffen der schicken rosa Box von Shoedazzle schon hin und wieder ein Freudenschrei ähnlich der Zalando-Werbung ertönt. Je höher die Absätze, je schriller der Schrei. Sollte der ausgewählte Style beim Auspacken hingegen doch nicht gefallen, sind Retouren möglich.
Mit seinem Abo-Ansatz versucht Shoedazzle, den weiblichen „Hunger nach Schuhen“ zu befriedigen - und zwar mit sehr geschickten Mitteln: durch Personalisierung, der Unterstützung von Experten („Celebrity Support“) sowie topaktuellen Modellen („Latest Fashion“). Hinzu kommt der günstige Preis. Weil durch das Abo-Modell eine relativ hohe Absatz- und damit Planungssicherheit entsteht und die meisten Schuhe in Asien produziert werden, kann Shoedazzle sehr günstige Preise anbieten.
Die Idee ist genial, doch ob es auch ein gutes Geschäft wird, liegt - wie so oft - an der Umsetzung. Der Aufbau einer Marke, die Organisation der Produktion und Logistik sowie die Kundenakquise sind oft mit großen Hürden verbunden. Sieht man sich die Details an, wird schnell klar, dass die Umsetzung eines Modells wie Shoedazzle nur mit einer saftigen Kapitalspritze, sehr viel Aufmerksamkeit und einem exzellenten Team möglich ist.
Längst gibt es auch für andere so genannte „Consumer Produkte“ Online-Angebote dieser Art, man kann heutzutage Babykleidung, Kosmetik, T-Shirts und Nylonstrumpfhosen abonnieren.
All diese Modelle sind vom Prinzip her nicht viel anders als die Bertelsmann Buchclubs. Doch sie sind für andere Produkte und auf die Möglichkeiten der Online-Welt adaptiert worden. Das finde ich so spannend daran. Und Ladies, ich verspreche Euch: Bald können bestimmt auch wir in Deutschland Schuhe im Abo bestellen...
Kommentare
Pearl Jewellery
Saturday, 18-02-12 16:20
Pearl Jewellery
tugonomics
Monday, 13-02-12 03:43
Mouhamed
Saturday, 11-02-12 08:35
Gennaro
Saturday, 11-02-12 08:26
moise
Saturday, 11-02-12 02:58
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